Steuergutschrift für Innovationen

Forschungszulagengesetz

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Wer hätte das Gedacht. Die milliardenschwere US-Agentur für Wirtschaftsnachrichten von Michael Bloomberg, früherer Bürgermeister von New York und voraussichtlicher Präsidentschaftskandidat, kürt Deutschland als innovativstes Land der Welt 2019. Der Bloomberg Innovation Index berücksichtigt bei seinem Ranking unter anderem die Ausgaben für Forschung und Entwicklung und die Zahl der Patentanmeldungen. Deutschland liegt hier vorne und verweist Südkorea auf Platz 2. Damit das so bleibt, ist das Forschungszulagengesetz (FZulG) am 1. Januar 2020 in Kraft getreten.

Anreize für Forschung und Entwicklung

Das Forschungszulagengesetz fördert 25 Prozent der förderfähigen Personalkosten von F+E-Projekten mit einer Steuergutschrift von bis zu 500.000 Euro pro Jahr und soll deutsche Unternehmen zu innovativen Entwicklungen ermutigen. Das ist in digitalen Zeiten auch notwendig, um die internationale Spitzenposition des Mittelstands im Maschinenbau und anderen produzierenden Branchen zu halten. Hier die Eckpunkte des neuen FZulG:

  • Förderungsberechtigt sind alle steuerpflichtigen Unternehmen jeder Größe. Unternehmen in der Krise sind jedoch ausgeschlossen. Ansonsten spielt die Höhe des Gewinns keine Rolle.
  • Das neue Gesetz setzt nicht an der Bemessungsgrundlage der Einkünfteermittlung und festzusetzenden Steuer an.
  • Förderfähig sind Aufwendungen ab dem 1. Januar 2020, die nicht anderweitig gefördert werden und die von einer noch 2020 einzurichtenden Bescheinigungsstelle anerkannt werden.
  • Das geförderte F+E-Projekt muss neu sein. Routinemäßige Verbesserungen bestehender Produkte reichen nicht aus.
  • Unternehmen müssen die Zulage bei ihrem Finanzamt nach Ablauf des Jahres beantragen, in dem die Aufwendungen für das Forschungsprojekt entstanden sind.
  • Dabei sind die Arbeitszeiten der am Forschungsprojekt beteiligten Mitarbeiter detailliert aufzuschreiben und nachzuweisen.
  • Spannend sind Forschungskooperationen, da jedes beteiligte Unternehmen gefördert und so der Gesamteffekt erhöht werden kann.

Kritik am neuen Gesetz

Der bürokratische Aufwand erscheint recht hoch. Viele kleine Unternehmen sind damit schnell überfordert. Hinzu kommt: Für Kleinunternehmen, in denen die Gesellschafter technisch versiert sind und am Forschungsprojekt selbst mitwirken, ist die Förderung auf 10 Euro pro Stunde begrenzt. Die Motivation, den bürokratischen Aufwand für diesen „Hungerlohn“ in Anspruch zu nehmen, dürfte weiter sinken.

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