Rhein-Neckar-Talk

Dr. Matthias Berg, Landhotel Lammershof

Vom Sanierer zum Hotelier

Dr. Matthias Berg, Gesellschafter der Lammershof GmbH in Birkenau-Löhrbach, im Gespräch mit mittelstand-rhein-neckar.de

Herr Dr. Berg, Sie haben den elterlichen Lammershof von 2011 bis 2015 umfangreich saniert und zu einem Tagungshotel mit einem guten Restaurant und einer angeschlossenen Bisonzucht ausgebaut. Wie ist es dazu gekommen?

Auf dem rund 300 Jahren alten Lammershof bin ich Ende der 1950er Jahre aufgewachsen. Meine Eltern hatten dort einen kleinen landwirtschaftlichen Betrieb. Das Leben zu jener Zeit war geprägt von harter Arbeit mit ständigen staatlichen Agrarsubventionen. Das war für mich kein nachhaltiges Geschäftsmodell, so dass ich mich zum Leidwesen meiner Eltern gegen die Hofübernahme entschieden habe.

Nach dem Maschinenbaustudium mit anschließender Promotion bin ich recht schnell die Karriereleiter im produzierenden Mittelstand hochgeklettert und war ab 2005 durch Firmenübernahmen selbst unternehmerisch tätig. Meine Unternehmen konnte ich dann 2007 vor der Finanzkrise erfolgreich verkaufen. Mit diesen Mitteln haben meine Frau und ich dann ab 2011 den Lammershof wieder zum Leben erweckt.

„Vom Sanierer zum Hotelier“, so hieß ja auch der Titel eines Netzwerktreffens von mittelstand-rhein-neckar.de am 14.11.2019 bei Ihnen im Lammershof. Lassen Sie uns zunächst noch bei Ihrem Leben als Unternehmenssanierer bleiben. Wie sind Sie da genau vorgegangen?

Unsere Unternehmensgruppe mit rund 3.000 Mitarbeitern habe ich 2007 nach einer vorherigen Sanierung an Finanzinvestoren verkauft. Meine Grundsätze und Methoden bei Firmensanierungen haben sich über viele Jahre entwickelt. Zu Beginn habe ich immer die Strategie und die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells überprüft und ggf. angepasst. Im nächsten Schritt definieren und optimieren wir alle Kerngeschäftsprozesse im Unternehmen. Nur wertschöpfende Aktivitäten sind dann bei uns im Unternehmen geblieben. Die Vermeidung jeglicher Verschwendung im Sinne einer kontinuierlichen Verbesserung hatte für mich immer höchste Priorität.

Eine Restrukturierung gelingt jedoch nur, wenn Maßnahmen auch umgesetzt werden. Hier haben klassische Beratungsgesellschaften ihre Schwächen. Eine Umsetzung klappt nur, wenn man die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller Ebenen mitnimmt, in Produktionsunternehmen vor allem die in der Fabrik und die beim Kunden. Sie müssen alle auf ein Ziel eingeschworen werden, damit Sanierungspotenziale voll ausgeschöpft werden können. Notwendig ist dafür ein für alle verständliches Controlling mit wenigen Kennzahlen, die täglich ermittelt und kommuniziert werden. Dafür reicht häufig schon Excel.

Mit dem aus dem Unternehmenskauf erzielten Finanzmitteln und Ihren Sanierungserfahrungen haben Sie dann ab 2011 mit der Sanierung des Lammershofes begonnen. Wie sind Sie dabei vorgegangen?

Am Anfang stand die Idee von der Wiederbelebung des elterlichen Hofes. Meine Frau und ich wollten nach dem Unternehmensverkauf 2007 einen neuen Lebensabschnitt mit etwas Besonderem beginnen. Wir haben dann mit internationalen Architekten ein Konzept entwickelt, das wir zunächst baurechtlich genehmigen lassen mussten. Das kostet in Deutschland viel Zeit und Nerven. Weiterhin mussten wir die Pachtverträge unserer wirtschaftlichen Flächen auflösen, um unser Ziel einer nachhaltigen Bisonzucht rund um den Lammershof auch in die Tat umsetzen zu können. Die Bisonzucht ist für uns eines der Alleinstellungsmerkmale unseres Konzeptes. Hinzu kommt das Gebäude selbst, das wir mit Tonnen von Natursteinen, Eichenholz und einem modernen Anbau zu einem ökologisch nachhaltigen Gesamtarrangement entwickelt haben.

Wie sind denn nach einigen Jahren Ihre Erfahrungen als Hotelier?

Unser Konzept ist generell aufgegangen. Unser Restaurant mit Bisonspezialitäten läuft gut, wie auch die Raumvermietung. Funktioniert hat zu Beginn leider nicht die Verpachtung des Hotels an Externe. Deshalb haben wir die Lammershof GmbH als Betreibergesellschaft gegründet. Meine Frau koordiniert nun als Geschäftsführerin unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Hotel und Restaurant.

Was ist denn Ihre Rolle heute?

Ich halte mich aus dem operativen Hotelbetrieb raus, kümmere mich vielmehr um unsere Bisonfarm, Immobilien und die strategische Weiterentwicklung des Lammershofes. So planen wir z. B. eine Erweiterung um weitere Hotelzimmer und einen Wellnessbereich. Damit werden wir für Tagungskunden aus der Rhein-Main-Neckar-Region attraktiver.

Wir bedanken uns für das Gespräch Herr Dr. Berg.

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