Rhein-Neckar-Talk

30.10.2019

Christian Futterlieb, VR Equitypartner GmbH

Finanzierung von Unternehmensnachfolgen

Christian Futterlieb, Geschäftsführer der VR Equitypartner GmbH, im Gespräch mit mittelstand-koeln-bonn.de.

Herr Futterlieb, das Thema „Unternehmensnachfolge“ ist ein aktuelles Thema in den Medien und bei vielen Veranstaltungen. Warum eigentlich?

Das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) schätzt, dass bis zum Jahr 2022 jährlich zwischen 20.000 und 30.000 Nachfolgen in kleinen und mittelgroßen Unternehmen umzusetzen sind. Viele „Alt-Mittelständler“ suchen derzeit händeringend nach passenden Lösungen. Wichtig ist, so früh wie möglich mit der Nachfolgeplanung zu beginnen. Die passende Lösung ist individuell nach Unternehmen und Inhaber zu erarbeiten und braucht daher häufig mehr Zeit als erwartet.

Welche Optionen haben Mittelständler bei der Unternehmensnachfolge?

Grundsätzlich ist es möglich, das Unternehmen im Familienkreis an die nächste Generation weiterzugeben, um die Familientradition fortzuführen. Dafür ist es aber notwendig, dass der Nachwuchs unternehmerisch geeignet ist und neben der grundsätzlichen Bereitschaft zur Übernahme des Familienbetriebs auch die für das Geschäft nötige fachliche Kompetenz und Leidenschaft mitbringt. Wer auf seine Kinder Druck ausübt, tut sich langfristig keinen Gefallen.

Bei fehlenden Optionen im Familienkreis kommen alternativ externe Lösungen infrage. Das kann zum Beispiel ein Verkauf an einen größeren Konzern aus der Branche oder einen Wettbewerber sein. Möglich ist aber auch eine Übergabe an leitende Mitarbeiter aus dem eigenen Unternehmen – wir sprechen dann von einem MBO bzw. Management-Buy-Out – oder Unternehmerpersönlichkeiten, die extern über Unternehmensbörsen, Empfehlungen oder Berater gefunden werden. In diesen Fällen sprechen wir von einem MBI bzw. Management-Buy-In.

Inwieweit können Sie mit Ihrem Unternehmen dabei helfen?

Unternehmensnachfolgen lösen bei familieninternen oder externen Nachfolgern Finanzierungserfordernisse aus, die deren Möglichkeiten durchaus übersteigen können. Familienintern sind dies z.B. die Rückzahlung von Alt-Gesellschafterdarlehen oder die Abfindung weiterer Erben. Externe Nachfolger haben einen Kaufpreis aufzubringen. Konkret bedeutet dies, dass VR Equitypartner als genossenschaftliche Beteiligungsgesellschaft sowie führender Eigenkapitalfinanzierer in Deutschland, Österreich und der Schweiz einen Eigenkapital-Baustein zur Finanzierung der Unternehmensnachfolge beitragen kann. Entweder beteiligen wir uns direkt als Gesellschafter auf Zeit und/oder über Mezzanine-Finanzierungen wie Genussrechten oder stillen Beteiligungen. Damit kann die Gesamtfinanzierung einer Unternehmensnachfolge ermöglicht werden. Parallel verfügen wir als Verbundunternehmen der Genossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken auch über Zugang zu weiteren notwendigen Experten sowie möglichen Interessenten für einen Unternehmenserwerb. Das Portfolio von VR Equitypartner umfasst derzeit rund 100 Engagements mit einem Investitionsvolumen von 500 Mio. Euro. Die Höhe unseres Eigenkapital-Beitrags bewegt sich in der Regel zwischen 0,5 und 20 Millionen Euro.

Wie läuft die Beteiligung in der Praxis typischerweise ab?

Grundsätzlich ist jeder Fall individuell zu betrachten, weshalb uns zunächst ein intensiver Austausch mit den Unternehmensinhabern wichtig ist. Gemeinsam loten wir Optionen und Erfordernisse aus. So begegnen uns beispielsweise regelmäßig Situationen, in denen ein Prokurist oder angestellter Geschäftsführer das Unternehmen seines bisherigen Arbeitgebers als Nachfolger kaufen will, ihm die notwendigen finanziellen Mittel jedoch nicht zur Verfügung stehen. Immerhin erreichen die Bewertungen erfolgreicher mittelständischer Unternehmen nicht selten Beträge in Millionenhöhe. Hinzu kommt, dass Banken die Bereitstellung von Fremdmitteln in der Regel von einem Mindestmaß an Kapitalbeitrag abhängig machen. In solchen Fällen ist ein möglicher Ansatz, dass VR Equitypartner die vorhandenen Eigenmittel um die notwendigen Beträge ergänzt und die gesamte Transaktion auf diese Weise tragfähig finanzierbar wird.

Welche Fähigkeiten müssen bisher angestellte Manager/innen haben, die sich in ein Unternehmen einkaufen möchten?

Das sind zunächst die klassischen Unternehmertugenden wie Leidenschaft für die Produkte, Innovationsfähigkeit, gesunde Risikobereitschaft, Branchenerfahrung und Belastbarkeit. Hinzu kommen eine hinreichende Kapitalverfügbarkeit und ein ausgereiftes Konzept für die weitere Unternehmensentwicklung unter neuer Gesellschafterflagge.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Futterlieb.

copyright BPF Best Practice Forum GmbH

Partner

VR Equitypartner GmbH

Kerstin Murmann
Platz der Republik
60265 Frankfurt am Main

Fon: +49 69 710 476-152
Fax: +49 69 710 476-161

VR Equitypartner GmbH

Ihre Unternehmenspräsentation

Ihr Experteninterview könnte hier auch stehen, schon ab 490 Euro mit Veröffentlichung im Rhein-Neckar-Talk und in einem Sonder-Newsletter an unsere 1.000 registrierten Entscheider mit maximal drei anderen Talks.

Sprechen Sie mich bitte an.

Dipl.-Betriebswirtin Jutta Peschke

Partnerbetreuung mittelstand-rhein-neckar.de
jpeschke@best-practice-forum.de  
Fon: 02304-594014

Rhein-Neckar-Talk

25.10.2019

Simon Stelgens, s-quadrat konzepte GmbH, Oftersheim

New Work – Büros in der digitalen Welt

Alle Talks

Drucken