Finanzielle Widerstandskraft von Unternehmen

Eigenkapital stärken

© Anna Pecherskaia - stock.adobe

Vor der Corona-Krise hatten mehr als 30 Prozent der Unternehmen eine Eigenkapitalquote von über 30 Prozent. Dennoch verfügen zahlreiche Unternehmen nicht über ausreichende Reserven, um die nächsten zwei bis drei Monate zu überleben. Ohne Kurzarbeitergeld, Fördergelder und Aussetzung der Insolvenantragspflicht wäre es der deutschen Wirtschaft schlecht ergangen. Es wächst daher wieder die Einsicht in die Notwendigkeit, die finanzielle Widerstandsfähigkeit (Corporate Resilience) im eigenen Unternehmen zu stärken und sich auf die klassischen kaufmännischen Tugenden und die alte Weisheit "Spare in der Zeit, hast du in der Not" zu besinnen.

Mit einer höheren Eigenkaptalquote und einer ausreichenden Liquiditätsreserve wird Ihr Unternehmen nicht nur robuster in Krisenzeiten, sondern auch unabhängiger von Fremdkapital. Die Aufnahme von Fremdkapital wird zugleich durch ein besseres Rating günstiger. Neben der Aufnahme neuer Gesellschafter und Investoren im Wege der Kapitalerhöhung (offene Beteiligung) haben Sie die Möglichkeiten der Innenfinanzierung und Eigenkapitalschonung durch Finanzierungsalternativen.

Innenfinanzierung

  • Wenn es Ihre Rendite zulässt, belassen Sie (höhere) Teile des Gewinns im Betrieb. Ihrem Unternehmen fließen damit Finanzmittel zu, die aus dem Umsatzprozess resultieren – in Form einbehaltener Gewinne und Abschreibungen.
  • Stärken Sie die Ertragskraft Ihres Unternehmens über eine verbesserte Leistungsfähigkeit: durch die Reduzierung von Kosten, den Abbau von Überbeständen (z.B. zu hoher Lagerbestände), den Abbau von Forderungen durch ein strafferes Mahnwesen, die Veräußerung nicht betriebsnotwendiger Anlagen oder die Ausnutzung von Skonti etc.
  • Wer Privatentnahmen reduziert, Privatvermögen verkauft oder im Privatbereich angelegte Ersparnisse im Betrieb investiert, erhöht das Eigenkapital. Auch Einlagen oder Darlehen von Familienangehörigen beziehungsweise neuen Partnern oder Gesellschaftern stärken die Quote.

Eigenkapital schonen

  • Mit Mezzanine-Kapital – unbesicherte Finanzierungsform zwischen voll haftendem Eigenkapital und erstrangigem Darlehen – erhöhen Sie trotz kapitalintensiver Investitionen das wirtschaftliche Eigenkapital und damit die Risikotragfähigkeit Ihres Unternehmens.
  • Leasing erlaubt es Ihnen, ohne Einsatz von Eigenkapital zu investieren. Die Leasingraten lassen sich aus den erwirtschafteten Erträgen des Investitionsobjektes bestreiten. Leasing eröffnet ihnen so zusätzliche Spielräume für Anschaffungen, trägt zur Optimierung Ihrer Bilanzstruktur und zur Verbesserung Ihres Ratings bei.
  • Beim Sale-and-lease-back verkaufen Sie zunächst ein Wirtschaftsgut – in der Regel eine Maschine oder Immobilie – aus dem Betriebsvermögen an eine Leasinggesellschaft, erhalten dafür den Kaufpreis und leasen/mieten das verkaufte Gut sofort wieder zurück. Mit dem Verkauf des Leasinggegenstands aktivieren Sie gebundenes Kapital und setzen im besten Fall stille Reserven frei. Über die Verkürzung der Bilanz (Verringerung des Anlagevermögens) stärken Sie Ihre Eigenkapitalquote.
  • Mit Finanzierungsformen wie Factoring oder Forfaitierung wandeln Sie Forderungen durch Verkauf in liquide Mittel um, entlasten Ihre Bilanz und verbessern Ihr Rating.
  • Durch Finetrading lassen sich auftragsbezogene Einkäufe finanzieren.

Darüber hinaus bietet Ihnen das deutsche Handels- und Steuerrecht eine Fülle von Möglichkeiten. Aber Vorsicht: Alle Maßnahmen der Bilanzgestaltung sollten Sie – um Auseinandersetzungen mit Betriebsprüfern zu vermeiden – sorgfältig begründen, dokumentieren und immer engen Kontakt zu Ihrem Wirtschaftsprüfer und Steuerberater halten.

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