06.07.2018

Freiräume für smarte Kreative schaffen

Führung für digitale Innovationen

© Kzenon - Fotolia

Ohne kreative Köpfe mit digitalem Know-how (smarte Kreative) werden Sie kaum neue digitale Produkte und Services entwickeln. Smarte Kreative mögen aber Freiräume, die Sie als moderne Führungskraft und in Ihrer Personalpolitik institutionalisiert dann auch einräumen müssen.

  • Arbeitstage von neun bis fünf und mit Stechuhr sind Relikte einer alten Büro- und Industriewelt. Die junge kreative Generation möchte vermehrt selbst entscheiden, wann, wo und wie lange sie arbeitet. Es gibt daher Unternehmen, die Arbeitszeit- und sogar Urlaubsregelungen komplett abschaffen. Was allein zählt sind Leistungen und Ergebnisse.
  • In vielen deutschen Unternehmen ist diese individualisierte Sichtweise leider noch ebenso verpönt wie Querdenker. Was aus der Norm fällt, ist noch zu selten erwünscht.
  • Zu den Freiheiten gehört auch, dass niemand Angst vor Fehlern und Bestrafung haben muss. Die Kultur des Scheiterns ist z. B. im Silicon Valley stark ausgeprägt. Dort herrscht die Auffassung, dass Fehler weitere Schritte zur Perfektion sind. Demgegenüber wurde in deutschen Produktionsunternehmen jahrzehntelang die frühere japanische Null-Fehler-Kultur gepredigt und umgesetzt.
  • Bei Google darf jeder Ideen haben, auch wenn sie andere Abteilungen und Bereiche betreffen. Es besteht dort sogar die Pflicht zum Widerspruch. In deutschen Unternehmen mag das auch vorkommen. Die Regel ist es aber nicht. Silodenken und die Bürokratie des betrieblichen Vorschlagswesens wissen das meist zu verhindern. Ein Umdenken fasst erst langsam Fuß.
  • Zur Freiheit gehört auch die Kleidung. Krawatten und klassische Business-Kleidung knöpfen eher zu und strangulieren Ideen. In deutschen Unternehmen setzt sich diese Erkenntnis nun auch allmählich durch. Vorstände von DAX-Konzernen zeigen sich vermehrt im offenen Hemd. Der Dresscode ändert sich. Die Kleidung wird zum Leidwesen der Hersteller für Geschäftskleidung lockerer.
  • Zur Freiheit gehört aber auch der Zugang zum Firmenwissen. Bei Google sind die beiden Gründer Larry Page und Sergey Brin für Mitarbeiter offenbar jederzeit per Mail und zu festen Sprechstunden über Hierarchiegrenzen erreichbar. Alles relevante Wissen aus der Organisation ist für alle zugängig. In einer Intranet-Plattform werden Ideen platziert und offen diskutiert.
  • Entbinden Sie ihre smarten Kreativen auch von den unsäglichen Controlling-Orgien, die noch immer in vielen technokratischen Unternehmen stattfinden. Zahlen müssen in solchen Organisationen ständig geplant und wieder angepasst werden, als ob das Geschäft durch Formeln in der Excel-Tabelle generiert würde. Zu diesen Fehlentwicklungen gehören auch die Analyse-Exzesse und Hörigkeit vor Marktforschungsergebnissen. Smarte Kreative haben die Freiheit, die Produkte zu entwickeln, die sie selbst lieben.
  • Zur Freiheit für smarte Kreative gehört aber auch, Zeit für eigene Forschungsvorhaben zu haben. Google soll seinen kreativen Köpfen 20 Prozent ihrer Zeit dafür einräumen. So kann aus Leidenschaft etwas entstehen, was dem Unternehmen strategisch nutzen kann.

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