04.02.2019

Steuerliche Risiken managen

Tax Compliance

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Das Inkrafttreten der Datenschutz-Grundverordnung 2018 hat dem Mittelstand wieder schmerzlich vor Augen geführt: Regeln über Regeln. Das deutsche Bürokratiemonster ist unersättlich. Auch bei Betriebsprüfungen lauern für Mittelständler Gefahren. Die Gesetze und Vorschriften im Rechnungswesen sind umfangreich und kompliziert. Keiner kann davon ausgehen, alle Vorschriften im Unternehmen richtig umgesetzt zu haben. Deckt der Prüfer Fehler auf, kommt es mitunter zu hohen Nachzahlungen. Steht dann noch der Verdacht der Steuerhinterziehung im Raum, kann die Geschäftsführung unter Umständen persönlich haftbar gemacht werden. Davor sollten Sie sich mit einem Tax Compliance Management System (Tax-CMS) schützen.

Internes steuerliches Kontrollsystem

Compliance Management Systeme umfassen „Grundsätze und Maßnahmen …, die auf die Sicherstellung eines regelkonformen Verhaltens des Unternehmens und seiner Mitarbeiter sowie ggf. Dritten abzielen“, so das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW). Es geht also darum, gesetzes- und regeltreues Verhalten durch ein internes Regelkontrollsystem zu unterstützen, Verstöße zu vermeiden und klare Verantwortlichkeiten zu schaffen.
 
Ein Tax-CMS konzentriert sich speziell auf den Bereich Steuern und regelt die vollständige und zeitgerechte Erfüllung steuerlicher Pflichten:

  • Erstellung der Steueranmeldung
  • pünktliche Abgabe einer Steuererklärung
  • Vollständigkeit und Richtigkeit
  • pünktliche Bezahlung der Steuerschuld

Vorbeugen mindert Haftungsrisiko

Ein Tax-CMS kann dabei helfen, wichtige Haftungsrisiken besser als bisher zu vermeiden. Es ist ein wichtiges Instrument zur Enthaftung der gesetzlichen Vertreter: 

  • Persönlich haften Sie für Steuerschuld, Rückzahlungsansprüche und Säumniszuschläge, insbesondere auch bei Steuerhinterziehung.
  • Für Steuerhinterziehung und andere Steuerstraftaten drohen Ihnen darüber hinaus Geld- bzw. Freiheitsstrafe, für Steuerordnungswidrigkeiten Geldbußen.
  • Sie müssen nicht nur den ordnungswidrig erlangten wirtschaftlichen Vorteil zurückzahlen. Zusätzlich können Sie mit einer persönlichen Geldbuße belegt werden, wenn Sie es versäumt haben, geeignete Aufsichtsmaßnahmen zur Verhinderung von Ordnungswidrigkeiten einzuführen.

Tax-CMS in der Praxis

Unternehmen sind zwar nicht verpflichtet, ein Tax-CMS einzuführen. Allerdings hat das BMF mit Schreiben vom 23.06.2016 wie folgt Stellung genommen: Verfügt das Unternehmen über ein internes steuerliches Kontrollsystem, so sollen die Finanzbehörden dies als „Indiz“ dafür werten, dass eine Korrektur von Angaben im Zweifel keine Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung nach § 370 AO ist, sondern dass es sich um eine Berichtigungserklärung nach § 153 AO handelt. Eine Befreiung von der Prüfung im Einzelfall ist damit aber ausdrücklich nicht verbunden.

Tax-CMS sind keinesfalls nur ein Thema für große börsennotierte Unternehmen und Konzerne, sondern auch für den Mittelstand.

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