Planung in digitalen Zeiten

Strategieentwicklung

© nd3000 - stock.adobe

Erfolgreiche Unternehmen sind erfolgreich, weil sie meistens die richtige Strategie haben. Hinzu kommen Flexibilität und Weitsicht, Strategien immer wieder anzupassen, wenn sich Rahmenbedingungen ändern. Und das passiert in unserer volatilen und digitalen Welt häufiger. Am Beispiel von Elon Musk und Tesla sieht man, dass auch Wille und Durchhaltevermögen dazu kommen. Denn eine Strategie ist ein klarer Zukunftsplan, ein Kompass, der das operative Handeln steuert. Wer sich um seine Strategie nicht kümmert, weil im hektischen Alltagsgeschäft die Zeit fehlt oder Geschäfte bisher gut gegangen sind, läuft Gefahr den Anschluss zu verlieren. Gut zu sehen in der Automobilzulieferindustrie.

Was gehört zu einer guten Strategie?

Es gibt Regalwände voll von akademischer Strategieliteratur, meist von Management-Professoren für die Konzernwelt geschrieben. Darin geht es um bürokratisch anmutende Planungsprozesse und Methoden, die in der Regel Jahrzehnte alt sind und von großen US-amerikanischen Beratungsgesellschaften stammen (z. B. Portfoliotechnik, Balanced Scorecard). Darin fehlt meist völlig der unternehmerische, visionäre und intuitive Aspekt der Strategieentwicklung. Aussagekräftiger sind daher Biografien von Starunternehmern wie Steve Jobs und Jeff Bezos sowie von Best Practice Beispielen aus Unternehmen. Eine gute Strategie hat mindestens vier Facetten, aus der sich dann alles Operative ableitet:

  • Angebot: Welche innovativen Produkte oder Services bieten wir?
  • Zielgruppe: Auf welche Kunden fokussieren wir uns?
  • Gebiete: In welchen Städten, Regionen oder Ländern sind wir aktiv?
  • Geschäftsmodell: Mit welchem Ansatz verdienen wir unser Geld?

Königsdisziplin Geschäftsmodell

Ohne Digitalisierung geht es bei Produkten und Dienstleistungen heute nicht mehr. In einer digitalen Welt ist vor allem das Geschäftsmodell wichtig. Das kann auf einmal wegbrechen. Wenn die deutsche Automobilindustrie bisher vom Verkauf des Produktes „Auto“ gelebt hat, so kann das bei Innovatoren wie Tesla anders sein. Tesla ist eher ein Technologieunternehmen mit einem rollenden iPhone als Produkt. Geld verdient Tesla demnächst wohl eher durch Software-Updates. Die Königsdisziplin der Geschäftsmodelle sind Abo-Modelle mit wiederkehrenden und fest kalkulierbaren Zahlungen. Bei digitalen Produkten wie Software, Streaming und Content kommt hinzu, dass die Grenzkosten gleich Null sind. Einmal erstellt, ist Umsatz gleich Gewinn vor Overhead. Kein Wunder, dass viele nun nach neuen digitalen Geschäftsmodellen suchen.

Sind Planungsprozesse nötig?

Das kommt auf die Größe des Unternehmens an. Bei Kleinunternehmen reichen Strategie-Workshops aus, in denen die Geschäftsführung unterjährig gesammelte Ideen zu einem Zukunftsbild verdichtet. Die Strategien und ihre dahinterliegenden Prämissen müssen dann in Zahlen gegossen werden.

Je größer das Unternehmen ist, je mehr Geschäftsbereiche mit vielen Produkten da sind, desto notwendiger sind formalisierte Planungsrunden und spezielle Planungssoftware. Ob die Ergebnisse, also die strategischen Ideen, aber dadurch besser werden, ist fraglich. Bürokratische Planungsrunden fressen Zeit und tendieren zu geschönten Ergebnissen. Besser ist es in einer agilen Business-Welt, den einzelnen Geschäftseinheiten unternehmerischen Freiraum zu geben und die Steuerung aus Investorensicht anzugehen.

copyright BPF Best Practice Forum GmbH

Drucken