03.06.2018

Sprachassistenten und Bots

Wenn die Tasten verschwinden

© Montri - Fotolia.com

Google hat kürzlich mit „Duplex“ eine Künstliche Intelligenz vorgestellt, die selbstständig mit menschlicher Stimme in einem Restaurant angerufen hat, um einen Platz zu reservieren. Computer können auch schon Stimmen täuschend echt nachahmen. Mit „Alter Ego“ haben Forscher des MIT Media Labs eine Art Headset entwickelt, das Gedanken in Computerbefehle übersetzt. Man muss noch nicht einmal mehr sprechen. Doch das sind alles noch Prototypen und Betaversionen im Versuchsstadium. Aber die Fälle zeigen, wohin die Reise geht.

Dagegen sind die Sprachassistenten von Google (Home), Amazon (Echo), Apple (HomePod) und Sony (Xperia Agent) schon längere Zeit im Einsatz. Im Gegensatz zu Google Now, Siri (Apple) und Cortana (Microsoft), die nur auf Smartphones und Computern zu finden sind, stehen sie im Raum. Man muss nichts mehr halten und drücken, sondern nur noch sprechen. Digitale Sprachassistenten verstehen Fragen und Befehle von Menschen und geben unter Nutzung von künstlicher Intelligenz, Datenbanken und Big Data bestmögliche Antworten.

Vorteile und Anwendungen

Google Home oder Amazons Echo sind einfach zu bedienen und jederzeit ansprechbar. Für ältere und sehbehinderte Menschen, die keine Computer und Smartphones nutzen können, sind sie daher ideal. Per Zuruf können sie nicht nur Fragen beantworten und Waren im Internet bestellen, sondern z. B. auch Geräte im Haushalt an- und ausschalten. Dabei steigt die Qualität der Spracherkennung auf beachtliche Werte. Mittlerweile werden 90 bis 95 Prozent der gesprochenen Worte richtig erkannt. Auch die Geschwindigkeit der maschinellen Antworten ist gestiegen.

Die Anwendung von digitalen Sprachassistenten wird so zu einem Megatrend. Tastatureingaben werden vermutlich verschwinden und irgendwann nur noch nostalgischen Wert haben, so wie heute Lochkarten und CDs. In der virtuellen Realität kommt noch die Steuerung durch Blicke, Bewegungen und Gesten hinzu.

Chatbots

Im Unterschied zu Sprachassistenten sind Chatbots dialogbasierte Programme, die wie Experten ein Wissensgebiet beherrschen und damit im Zusammenhang stehende Services für Menschen ausführen können. „Bot“ ist dabei eine Abkürzung für Roboter. Im Business werden Bots im Service (z. B. Call Center, Buchhaltung) oder als Berater (z. B. Versicherungen, Geldanlage, Anwalt) eingesetzt. Experten erwarten, dass es zukünftig einen „App-Store“ für Bot-Anwendungen gibt, aus dem man sich bedienen kann.

Fazit

Für Unternehmen bedeutet das zweierlei. Einerseits sollten Sie recherchieren, wie Sie digitale Sprachassistenten bereits heute oder in nächster Zeit für Ihr Geschäft nutzen können. Andererseits wird sich das Online-Marketing verändern. Bei digitalen Sprachassistenten gibt es nur eine oder wenige Vorschläge, wenn Sie eine Frage haben. Die Google-Trefferlisten mit vielen Alternativen fallen dann mit den Bildschirmen weg. Der Kampf um die Gunst des Sprachassistenten wird zunehmen. Es geht um die Optimierung von Voice Search.

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