26.05.2018

Energieausweis

Wissenswertes für Immobilieneigentümer

© Alexander Raths - Fotolia.com

Ist Ihr Haus energieeffizient oder ein Energiefresser? Mit dem Energieausweis haben Sie es schwarz auf weiß, wieviel Energie Ihr Haus für Warmwasser und Heizung verbraucht. Er nimmt ein Gebäude genau unter die Lupe und bewertet den Zustand der Fenster, Wände, Dach und Heizung.

Welche Arten von Energieausweisen gibt es?

Den Energieausweis gibt es als Bedarfs- und als Verbrauchsausweis. Beim Bedarfsausweis berechnet der Energieberater den Energiebedarf des Gebäudes, unabhängig vom Nutzerverhalten, nach den energetischen Eigenschaften des Gebäudes.

Der Verbrauchsausweis informiert über den Energieverbrauch der vergangenen drei Jahre und ist auf dieser Grundlage zu erstellen.

Dabei gilt die Besonderheit, dass für Wohngebäude, die weniger als fünf Wohnungen haben und für die der Bauantrag vor dem 1. November 1977 gestellt worden ist, ein Energiebedarfsausweis vorzulegen ist. Ein Energieverbrauchsausweis genügt, wenn schon bei der Baufertigstellung das Anforderungsniveau der Wärmeschutzverordnung vom 11. August 1977 eingehalten wurde oder das Gebäude später durch energetische Sanierung mindestens auf dieses Niveau gebracht worden ist.

Das Herzstück des Energieausweises ist die Farbskala, eingeteilt in neun Energieeffizienzklassen von A+ (grüner Bereich) bis H (roter Bereich), an der der Verbrauch für Warmwasser und Heizung abzulesen ist. Liegen die Werte im grünen Bereich, bleiben die Kosten wahrscheinlich überschaubar. Im roten Bereich muss mit hohen Energiekosten gerechnet werden.   

Wann muss ein Energieausweis erstellt werden?

Ein Energieausweis ist grundsätzlich erforderlich für Neubauten sowie

  • für den Verkauf im Baubestand eines bebauten Grundstücks, eines grundstücksgleichen Rechts an einem bebauten Grundstück, eines Gebäudes, eines Teileigentums oder einer Wohnung in einem Gebäude,
  • für Vermietung, Verpachtung oder Leasing im Baubestand eines Gebäudes, einer Wohnung oder einer sonstigen selbständigen Nutzungseinheit im Gebäude.

Für Denkmale muss kein Energieausweis ausgestellt werden.

Wer darf einen Energieausweis ausstellen?

Qualifizierte Energieexperten mit entsprechender Berechtigung dürfen einen Energieausweis ausstellen. Der Energieausweis ist in der Regel ab Datum der Ausstellung für zehn Jahre gültig.

Pflichtangaben in Immobilienanzeigen

Bestimmte Kennwerte sind auch in die Immobilienanzeige aufzunehmen. Das gilt auch für beauftragte Makler:

  • Art des Energieausweises (Energiebedarfs- oder Energieverbrauchsausweis)
  • Endenergiebedarf oder Endenergieverbrauch des Gebäudes (bei Nichtwohnimmobilien jeweils für Wärme und Strom getrennt aufgeführt)
  • die wesentlichen Energieträger für die Gebäudeheizung
  • bei Wohnimmobilien zusätzlich das Baujahr und die Energieeffizienzklasse.

Liegt der Energieausweis bei der Erstellung des Exposés noch nicht vor, so müssen Sie dem potentiellen Käufer oder Mieter/Pächter/Leasingnehmer spätestens bei der Besichtigung einen gültigen Energieausweis oder eine Kopie davon vorlegen. Unverzüglich nach Abschluss des Vertrages ist der Energieausweis im Original oder in Kopie zu übergeben.

Aushangpflicht

Private Eigentümer von Gebäuden mit starkem Publikumsverkehr und einer Nutzfläche von mindestens 500 m² müssen den Energieausweis aushängen, falls vorhanden. In behördlich genutzten Gebäuden mit einer Nutzfläche von mehr als 250 m² besteht Aushangpflicht. 

Was passiert bei Nichtbeachtung der Vorschriften?

Die Missachtung der Pflichten zum Energieausweis, ob vorsätzlich oder nur leichtfertig, ist eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld in Höhe von bis zu 15.000 € belegt werden kann.

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