Pflichtübung in der Corona-Krise

Liquiditätsplanung

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Für viele Unternehmen ist in der Corona-Krise das Geschäft zusammengebrochen. Umsätze bleiben aus, Kosten laufen aber weiter. Die Sicherstellung der Liquidität ist daher das Gebot der Stunde. Notwendig ist eine schonungslose Liquiditätsplanung, damit Sie wissen, wie lange Ihr Unternehmen zahlungsfähig bleibt. Eine Liquiditätsplanung ist auch notwendig, wenn Sie die KfW-Kredite über Ihre Hausbank beantragen.

Szenarien rechnen

Zu einer guten Liquiditätsplanung gehört normalerweise ein Denken in drei Szenarien. Rechnen Sie in der Corona-Krise zunächst einen wahrscheinlichen Fall (Most Likely Case), den Sie auch bei Ihrer Hausbank belegen können. Rechnen Sie aber auf jeden Fall auch einen schlechtesten Fall (Worst Case). Den dritten optimistischen Fall verschieben Sie auf später, wenn sich die Rauchwolken lichten. Legen Sie Ihrer Liquiditätsplanung auf der Kostenseite alle kurzfristig realisierbaren Kostensenkungsmaßnahmen für das Restjahr zugrunde. Zeigen Sie auf der Umsatzseite Ihren aktuellen Kassenbestand als Basis, alle offenen Forderungen (ggf. mit einem Abschlag), schnell liquidierbare Vermögenspositionen und "sichere" Umsätze der nächsten Monate, die schon fest unter Vertrag sind. Rechnen Sie dabei immer auch mit einer gewissen Ausfallquote, denn wir wissen alle nicht, wie sich in den nächsten Wochen die Zahlungsmoral entwickelt.

Schnell wirkende Maßnahmen

In der Corona-Krise ist es wichtig, sehr schnell die Liquidität zu sichern. Dafür bieten sich folgende Maßnahmen an.

  • Kostensenkung: Reduzieren Sie radikal alle nicht notwendigen Ausgaben. Halten Sie Ihr Pulver trocken. Denken Sie aber bitte daran, dass Ihre Geschäftspartner auch in der Krise sind.
  • Kurzarbeit: Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit vom 26.4. haben die deutschen Unternehmen für 10,1 Millionen Beschäftigte Kurzarbeit angemeldet. Damit wurden die Schätzungen der Ökonomen, die von drei bis sieben Millionen Kurzarbeitern ausgingen, weit übertroffen. Kurzarbeit soll in Krisenzeiten Arbeitsplätze sichern und die Unternehmen von den Personalkosten entlasten. Die Anträge sind bei der Bundesagentur für Arbeit zu stellen.
  • Solidarität: Wenn Ihre Kunden Aufträge stornieren, feste Vertragszahlungen aussetzen oder Sie Geld zurückzahlen sollen, suchen Sie gemeinsam solidarische Lösungen. Sprechen Sie daher offen darüber und bieten Ihren Kunden z. B. Gutscheine an, die sie später einlösen können.
  • Steuerstundungen: Sie können bei Ihrem zuständigen Finanzamt eine zinsfreie Stundung für Ihre fälligen Einkommens-, Körperschafts- und Umsatzsteuern bis zum 31. Dezember 2020 beantragen. Finanzämter sind angewiesen, dabei kulant vorzugehen.
  • Vorauszahlungen: Sie können auch Ihre Vorauszahlungen auf die Einkommen- und Körperschaftsteuer unkompliziert anpassen lassen. Das gilt auch für Gewerbesteuer-Vorauszahlungen.
  • Fristverlängerung für Lohnsteuer: Arbeitgeber können die Lohnsteueranmeldungen auf Antrag um zwei Monate verlängern, wenn sie unverschuldet daran gehindert wurden, die Lohnsteuer-Anmeldung abzugeben.

Der Verkauf nicht betriebsnotwendiger Vermögenspositionen dürfte aktuell schwierig sein, da Märkte derzeit zusammenbrechen und sowohl Anbieter als auch Käufer fehlen. Bevor Sie Ihre Altersversorgung (z. B. Lebensversicherung) liquidieren, sprechen Sie offen mit Ihrer Bank.

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