13.05.2019

Mittelstand bleibt Motor der deutschen Wirtschaft

Familienunternehmen sind spitze

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Die Medien sind voll mit Berichten und Stories über DAX-Konzerne mit ihren prominenten Vorstandschefs. Dabei sind es die vielen mittelständischen Familienunternehmen, die in Deutschland bei Wachstum und Beschäftigung die Nase vorne haben. Sie sind der wahre Motor der Wirtschaft. Insofern ist die heftige Kritik der mittelständischen Verbände an der konzernorientierten Industriestrategie 2030 von Wirtschaftsminister Peter Altmaier durchaus berechtigt, wie auch eine neue Studie zeigt.

Neue Studie der Stiftung Familienunternehmen

Im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen hat das Leipnitz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) die Ergebnisse einer alle zwei Jahre aktualisierten Studie über die volkswirtschaftliche Bedeutung des Mittelstands vorgestellt.

  • 90 Prozent der deutschen Unternehmen werden von Familien kontrolliert.
  • In ihnen arbeiten rund 60 Prozent aller Beschäftigten in Deutschland.
  • Die Zahl der Beschäftigten in den 500 größten Familienunternehmen ist zwischen 2007 und 2016 um 27 Prozent gestiegen, die der DAX-Konzerne lediglich um vier Prozent.
  • Diese Familienunternehmen erwirtschaften 52 Prozent des privaten Gesamtumsatzes mit einer jährlichen Wachstumsrate von 3,7 Prozent (Konzerne nur drei Prozent).
  • Mit knapp 45 Prozent haben Mittelständler auch eine höhere Eigenkapitalquote als Konzerne, die im Durschnitt nur auf 25 Prozent kommen.

Hidden Champions im Mittelstand

Die Stärke der deutschen Wirtschaft liegt in schätzungsweise über 1.000 Familienunternehmen, die in ihren jeweiligen Nischen Weltmarktführer sind bzw. dort zur Spitze gehören. Für diese Unternehmen hat der Managementprofessor Hermann Simon Anfang der 1990er Jahre den Begriff der Hidden Champions kreiert. Diese Eliteunternehmen arbeiten meist verborgen (ohne öffentliche Wahrnehmung) in einer Marktnische.

Hidden Champions kommen aus industriellen Branchen wie Maschinenbau, Elektronik, Medizintechnik, Metall, Pharma, Chemie und Papier. Mit 302 Hidden Champions liegt Baden-Württemberg bundesweit auf Platz 2 hinter Nordrhein-Westfalen und vor Bayern. Namhafte Beispiele sind Kässbohrer (Pistenraupen), Otto Bock (Prothesen), WILO (Pumpen), Masterrind (Rinderzucht), Klais (Orgelbau), Putzmeister (Baumaschinen), Kuka (Roboter), Kaeser (Kompressoren) und Stengel (Achterbahnen).

Ihre Erfolgsfaktoren sind:

  • innovative Technologien (selbst entwickelt),
  • Spezialisierung (alles auf eine Karte setzen),
  • extreme Kundennähe (zu wichtigen Referenzkunden),
  • hohe Fertigungstiefe (alles in der Hand haben),
  • regionale Verbundenheit und Tradition.

Hidden Champions sind häufig in ländlichen Regionen verankert und werden von den Gesellschafterfamilien persönlich, fordernd, fürsorglich und durchaus modern geführt. Mitarbeiter/innen weisen in der Regel eine hohe Verbundenheit auf.

Alles, was die Position des deutschen Mittelstands national und international stärkt, wie z. B. Bürokratieabbau, niedrigere Energiekosten, geringere Steuerlast und flexiblere Arbeitsmodelle, sollte daher im Fokus der Politik stehen.

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